Verantwortungsvolle Investitionen
Die Wesentlichkeitsbetrachtung zeigt, dass verantwortungsvolles Investieren ein zentrales Thema der Nachhaltigkeit ist. Bellevue setzt ESG-Kriterien umfassend in den Anlageprozessen und -portfolios um und berücksichtigt dabei die wachsenden regulatorischen Anforderungen.
Die einzelnen Nachhaltigkeitsansätze sind im Rahmen unseres ESG-Frameworks zusammengefasst, welches wir konsequent umsetzen und laufend weiterentwickeln.
Die ESG-Anlagerichtlinie von Bellevue umfasst im Wesentlichen folgende Elemente:
Normen- und wertebasierte Ausschlusskriterien
Wir verpflichten uns zur Einhaltung international anerkannter Normen und schliessen Unternehmen mit schweren Verstössen gegen Menschenrechte, Umwelt, Arbeitsnormen und Verwicklung in Korruption konsequent aus den verwalteten Anlageportfolios aus. Dazu wenden wir die Kontroversen-Methodik und die Standards von MSCI ESG an. MSCI ESG Controversies reflektiert alle Bereiche der negativen Auswirkungen, die von den allgemeinen Richtlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für multinationale Unternehmen abgedeckt werden. Darüber hinaus bietet MSCI ESG Research eine Zuordnung von ESG-Kontroversen zu den zugrunde liegenden Prinzipien der folgenden globalen Normen: dem UN Global Compact (UNGC), den UN General Principles of Business and Human Rights (UNGP) und den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) (sowohl Kern- als auch umfassende Konventionen).
MSCI ESG Research verfügt über ein dediziertes Analyseteam, das die Schwere der Kontroversen, die Unternehmen in unserem Abdeckungsuniversum betreffen, laufend ermittelt und bewertet. Die ESG-Analysten überprüfen die gemeldeten Vorwürfe und wenden eine einheitliche Bewertung für jeden kontroversen Fall an, die auf der Schwere der Auswirkungen in jedem Fall, der mutmasslichen Rolle des Unternehmens in jedem Fall und dem Status jedes Falles (der durch den Stand der Lösungen, falls vorhanden, zwischen den beteiligten Interessengruppen bestimmt wird) basiert.
MSCI ESG Controversy – Thematischer Bezugsrahmen:
Im Gegensatz zu den Ausschlüssen aufgrund von Verstössen gegen globale Normen beruhen wertebasierte Ausschlüsse auf gesellschaftlichen, ethischen und moralischen Auffassungen. Basierend auf allgemein anerkannten Praxisstandards definiert Bellevue prozentuale Umsatzanteile je Geschäftsfeld, die ein Unternehmen in ESG-kritischen Geschäftsfeldern wie beispielsweise thermischer Kohle oder Tabakproduktion nicht überschreiten darf. Emittenten, deren Jahresumsatz die nachfolgend definierten Toleranzgrenzen überschreiten, werden ausgeschlossen.
Geschäftsfeld | Umsatzgrenze | |
Kontroverse Waffen | 0% | |
Thermische Kohle | 5% | |
Fracking/Ölsande | 5% | |
Tabakproduktion | 5% | |
Tabakverkauf | 20% | |
Erwachsenenunterhaltung | 5% | |
Glücksspiel | 5% | |
Palmöl | 5% |
Kontroverse Geschäftsfelder sowie die dazugehörigen Umsatzgrenzen wurden im Berichtsjahr punktuell angepasst, um aktuellen Marktstandards und regulatorischen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Dies betrifft insbesondere den Bereich Rüstung und Verteidigung: Durch Anpassungen der EU-Regularien und des deutschen BVI-Zielmarktkonzepts wurde der bisherige pauschale 10%-Umsatzausschluss für Verteidigung und Rüstung aufgehoben. Verboten bleiben weiterhin Investitionen in völkerrechtlich geächtete Waffen. Die Anpassung ermöglicht eine differenziertere Betrachtung von Unternehmen, die im Bereich Verteidigung tätig sind und damit einen Beitrag zur Sicherung grundlegender Sicherheitsinteressen leisten können.
Die Einhaltung aller definierten Kriterien wird weiterhin systematisch überprüft, auch wenn wir im Kern vorwiegend in Gesundheitsanlagen investieren. Unsere Schwellenwerte dienen in erster Linie der praktikablen Umsetzung der Ausschlusskriterien und orientieren sich an etablierten Marktstandards sowie an Erfahrungswerten institutioneller Anleger. Trotz der Anpassungen bleibt unser Anspruch unverändert, potenzielle ESG-Risiken verantwortungsbewusst zu bewerten und sensibel mit kontroversen Geschäftsbereichen umzugehen.
Für einzelne Strategien mit dediziertem Nachhaltigkeitsfokus können weiterführende und/oder strengere Ausschlusskriterien angewendet werden.
Bellevue führt eine formelle Ausschlussliste, die quartalsweise aktualisiert und überwacht wird. Per 31.12.2025 umfasst diese rund 700 Emittenten, die im Rahmen von Direktinvestitionen aus sämtlichen Anlageuniversen ausgeschlossen sind. Die Einhaltung der Ausschlüsse wird durch das interne Risk Management monatlich überwacht.
ESG-Integration
Im Rahmen der ESG-Integration werden Umwelt- Sozial- und Governance-Faktoren in die fundamentale Beurteilung eines Unternehmens einbezogen und hinsichtlich ihrer finanziellen Risiken oder Chancen auf die künftige Kursentwicklung beurteilt. Damit erhalten unsere Portfoliomanager ein gesamtheitliches Bild einer Unternehmung.
Der Bereich Umwelt umfasst zum Beispiel, ob eine Unternehmung den ökologischen Fussabdruck systematisch misst und diesen offenlegt, oder etwa die laufende Überwachung der CO2-Intensitäten der Unternehmen im Kontext zum Durchschnittswert der relevanten Industrie. Der Bereich Gesellschaft umfasst zum Beispiel Produktqualität, Datensicherheit, Mitarbeiterentwicklung oder auch die Geschlechterverteilung/Diversität im Management. Gute Führung beinhaltet zum Beispiel Unabhängigkeit sowie Kompensation des Verwaltungsrates oder Geschäftsethik.
Für die Integration nachhaltiger Kriterien in den Anlageentscheidungsprozess verwenden wir ein ESG-Rating pro Emittent, das aus verschiedenen Sub-Scores besteht. Diese basieren auf Daten von MSCI ESG Research und Morningstar Sustainalytics, deren Relevanz je nach Branche variiert. Bei der Analyse liegt der Fokus auf den sogenannten ESG Key Issues, also den Nachhaltigkeitsaspekten, in denen ein Unternehmen besonders gut oder schlecht abschneidet. ESG-Ratings sind indes jederzeit vorsichtig zu interpretieren und kritisch zu hinterfragen. ESG-Rating-Methodologien basieren auf vordefinierten Systematiken, die nicht in allen Fällen zu einer objektiven bzw. «fairen» Risikoeinschätzung führen. Gerade kleinkapitalisierte und junge, sich etwa noch in der Aufbauphase befindliche Unternehmen können typischerweise gegenüber Grossunternehmen systematisch benachteiligt werden. Fehlende personelle Ressourcen, mangelnde Erfahrung im Umgang mit ESG-Fragestellungen können ursächlich zu einer schlechteren Nachhaltigkeitsbewertung führen. Auch ist die vorgegebene Vergleichsgruppe für die ESG-Beurteilung innerhalb einer Industrie nicht immer zweifelsfrei zutreffend. Entsprechend kritisch beleuchten unsere Portfoliomanager potenzielle oder vermeintliche «ESG-Laggards» (Rating CCC, B) und suchen dabei auch immer wieder das persönliche Gespräch mit den betroffenen Unternehmen sowie den ESG-Spezialisten unserer Kooperationspartner. Investitionen in «ESG-Laggards» sind detailliert zu dokumentieren. Von einem sogenannten «Best-in-Class»-Ansatz sieht Bellevue jedoch, sofern nicht auf Stufe einer einzelnen Anlagestrategie anderweitig definiert, aus beschriebenen Gründen ab.
Über sämtliche liquiden Anlagestrategien (netto investiertes Anlagevermögen der Aktien- und Rentenstrategien von Bellevue exklusive Cash, Private Equity, PK und dedizierte Derivatstrategien) von Bellevue ergibt sich folgende Verteilung der investierten Anlagen nach MSCI ESG Ratings:
Verteilung nach MSCI ESG-Rating per 31.12.2025
Mit 33.4% der netto investierten Vermögen lagen die sogenannten ESG-Leaders (MSCI ESG-Ratings von AA und AAA) nochmals leicht höher als im Vorjahr (31.4%). Allerdings stieg auch der Anteil der sogenannten ESG-Laggards (CCC und B) von 0.9% auf 9.2% . Dies gründet einerseits im Aufbau neuer Positionen in kleinkapitalisierten hoch innovativen Pharma-/Biotech-Unternehmen und andererseits in Änderungen der MSCI ESG-Rating-Methodologie (Änderung der Leistungsbewertung für Unternehmen ohne kommerzielle Produkte im Zusammenhang mit regulatorischen Warnungen). Der Mittelbau der soliden MSCI ESG Ratings (A – BB) sank damit von 64% auf rund 53%. 4.6% der netto investierten Vermögen konnten nicht bewertet werden (Vorjahr: 3.2%). Die oben abgebildete MSCI ESG-Rating-Verteilung deckt rund 95% der gesamten verwalteten Vermögen von Bellevue ab (Vorjahr: 97%).
Mit der Einführung der EU Offenlegungsverordnung im März 2021 sowie der aktuellsten Fassung der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 zu den MiFID II Nachhaltigkeitspräferenzen (Art. 2, Abs. 7-9) unterscheidet die Bellevue die beiden Dimensionen «Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen» und «Nachhaltige Anlagen». In Ermangelung eines europaweit einheitlichen Klassifizierungsstandards werden die beiden Dimensionen nach heutigem Stand der Kenntnisse sowie der teilweise beschränkt verfügbaren Daten nach bestem Wissen und Gewissen nach klar definierten Grundsätzen in den Anlageprozessen der jeweiligen Strategien abgebildet.
Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen (EU SFDR)
Die Mehrheit der Anlagestrategien von Bellevue berücksichtigen Umwelt- Sozial- und Governance-bezogene Merkmale (ESG) in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Artikels 8 der EU-Offenlegungsverordnung 2019/2088 (EU SFDR), verfolgen aber kein Nachhaltigkeitsziel. Grundsätzlich wird angestrebt, das ganze Vermögen der jeweiligen Strategien in Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen zu investieren. Da jedoch die Datengrundlagen nicht in allen Anlageklassen und Branchen in ausreichendem Masse vorhanden sind und Unternehmen teilweise noch über kein ESG-Rating verfügen, wurde ein Mindestanteil an Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen in Prozent des investierten Vermögens definiert.
Für Strategien mit erheblichem Anteil an Small- und Mid-Cap-Anlagen und/oder erheblicher Schwellenländerquote mit geringerer ESG Research-Abdeckung beträgt der Mindestanteil für «Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen» 50%. Strategien, die von den genannten Faktoren weniger stark betroffen sind, müssen einen höheren Mindestanteil von 75% «Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen» erfüllen. Unter Berücksichtigung der neuen ESMA-Leitlinie zur Verwendung von Nachhaltigkeitsbegriffen in Fondsnamen wurde dieser Mindestanteil beim Bellevue Sustainable Healthcare Fonds von 75% auf 80% angehoben.
Detaillierte Angaben zu den einzelnen Anlagestrategien sowie zur Methodologie sind in den produktspezifischen Dokumenten enthalten, die hier öffentlich verfügbar sind.
Nachhaltige Anlagen (MiFID II sowie EU SFDR)
Zusätzlich zur Berücksichtigung der wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (PAI) auf Portfolioebene definiert Bellevue pro Anlagestrategie einen Mindestanteil an nachhaltigen Investitionen im Sinne der EU-Offenlegungsverordnung 2019/2088 (Art. 2 Nr. 17). Diese definiert eine «nachhaltige Anlage» als eine Investition in eine wirtschaftliche Tätigkeit, die zur Erreichung eines Umweltziels und/oder eines sozialen Ziels beiträgt und gleichzeitig keines dieser Ziele erheblich beeinträchtigt. Des Weiteren müssen die investierten Unternehmen Verfahrensweisen einer guten Unternehmensführung anwenden («Good Governance»).
Investitionen werden dann dem Anteil an «nachhaltigen Anlagen» zugerechnet, wenn sie erstens einen positiven Zielbeitrag, gemessen an den 17 UN Sustainable Development Goals, erbringen, zweitens die oben beschriebenen Nachhaltigkeitsmerkmale erfüllen und drittens keine wesentlichen nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren aufweisen. Zur Messung der Zielbeiträge zu den UN SDG wird ebenfalls auf die Methodologie von MSCI ESG abgestützt (siehe unter Kapitel «Bezug zu den UN SDG»). Für die Kategorisierung einer nachhaltigen Anlage wurden die Mindestquoten von 25% bzw. 50% definiert. Auch hier spielt die vorhandene ESG-Research-Abdeckung sowie der Anlageschwerpunkt (z.B. Small und Mid Caps) eine wichtige Rolle.
Gemäss vorstehenden Definitionen und angewendeten Methodologien qualifizieren per 31. Dezember 2025 rund 86% (Vorjahr: 92%) der liquiden netto investierten Assets von Bellevue als «Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen» und 64% (Vorjahr: 74%) als «nachhaltige Anlagen»:
Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen (nach EU SFDR)
Nachhaltige Anlagen (nach EU SFDR)
Ein branchenweiter Vergleich dieser Quoten im Sinne der EU SFDR ist nach wie vor nicht möglich, da es an einer Harmonisierung der anzuwendenden Klassifikationsschemata und Bewertungsmethoden fehlt.
Nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (PAI)
Bellevue berücksichtigt die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (Principal Adverse Impact – PAI) im Rahmen der Investitions- und Portfoliomanagementtätigkeit. PAI-Indikatoren können sowohl explizit als auch implizit berücksichtigt werden. Bei der expliziten Berücksichtigung werden je PAI-Kriterium Grenzwerte bestimmt, die festlegen, ab wann ein bestimmtes PAI-Kriterium eine «wesentliche nachteilige Auswirkung» auf einen Nachhaltigkeitsfaktor ausübt («überkritisch»). Wird bei einem Emittenten eine «wesentliche nachteilige Auswirkung» gemessen, so kann der betroffene Emittent nicht als nachhaltige Anlage eingestuft werden, unabhängig davon ob der Emittent positive Zielbeiträge zu einem der 17 UN Nachhaltigkeitsziele liefert oder nicht.
Bei der impliziten Berücksichtigung fliessen Ausprägungen der relevanten PAI-Kriterien in den ESG-Ratingprozess von MSCI ESG mit ein und führen somit zu einer indirekten Berücksichtigung durch Festlegung von Mindestratings, die für die Quotenberechnung an nachhaltigen Anlagen bzw. Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen je Anlagestrategie herbeigezogen werden.
Im Rahmen der PAI-Analyse werden etwa Nachhaltigkeitsfaktoren wie CO2-Intensität, Initiativen zur Reduktion von Kohlenstoffemissionen, Wasser- und Abfallkontroversen oder die Geschlechterverteilung im Management explizit berücksichtigt.
Die Berücksichtigung von nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen hängt weitgehend von der Verfügbarkeit relevanter Informationen ab. Die notwendigen Daten sind nicht immer in ausreichender Quantität und Qualität für alle Vermögenswerte, in die Bellevue investiert, verfügbar. Folglich wird die Liste der berücksichtigten PAI-Indikatoren in Abhängigkeit der Datenverfügbarkeit und Datenqualität laufend überprüft.
Per 31. Dezember 2025 wiesen 12.4% der netto investierten Vermögen einen überkritischen PAI-Wert aus (Vorjahr: 8.3%) wobei 3.6% (Vorjahr: 2.8%) auf ursprünglich nachhaltigen Anlagen entfielen, die somit um diesen Anteil als «nicht nachhaltig» heruntergestuft wurden. Dabei verteilen sich die Anlagen mit überkritischen PAI-Werten auf folgende Kategorien:
Anteil «überkritischer» PAI-Werte nach Kategorie
ESG Stewardship
Als verantwortungsvoller und langfristig ausgerichteter Investor unterstützt Bellevue alle Massnahmen und Vorstösse, die im Interesse der Aktionäre und der Anleger den Wert der investierten Unternehmen auf lange Sicht steigern. Hierzu zählen sowohl Engagement-Aktivitäten als auch die Ausübung der Stimm- und Wahlrechte anlässlich von General- und Hauptversammlungen.
Engagement
Das Bekenntnis zum aktiven Anlagemanagement verdeutlicht die Wichtigkeit von Engagement als wichtiges Element in unserem ESG-Framework. Portfoliomanager führen im Grundsatz einen aktiven und konstruktiven Dialog mit den Geschäftsleitungen und anderen relevanten Vertretern der investierten Unternehmen hinsichtlich Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten. Gibt es Hinweise auf substanzielle Kontroversen im Bereich ESG, werden diese im Rahmen des Unternehmensdialogs konstruktiv eingebracht und Fortschritte (z.B. Strategie-, Prozessanpassungen, Verbesserung ESG-Rating) im Zeitablauf überwacht und dokumentiert. Engagement-Aktivitäten sind überdies in den Kontext der Wesentlichkeit und Verhältnismässigkeit zu setzen. Je nach Grösse der Beteiligung der Anlagestrategien, der Kapitalisierung des Unternehmens, des Entwicklungsstadiums des Unternehmens und weiterer Faktoren können Engagement-Aktivitäten in unterschiedlichem Ausmass stattfinden.
ESG-Engagement-Aktivitäten werden im Rahmen der ordentlichen Dokumentation zu den Unternehmensgesprächen festgehalten und in einem proprietären Tool seit 2022 systematisch erfasst.
Im Jahr 2025 führten unsere Portfoliomanager insgesamt 13 Engagements. Davon konnten vier Engagements abgeschlossen werden. In zwei Fällen wurde ein Teilerfolg erzielt, während ein Engagement aus unserer Sicht vollständig erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Ein weiteres Engagement wurde beendet, da die entsprechende Position aus fundamentalen Überlegungen veräussert wurde. Gleichzeitig haben unsere Portfolio Manager fünf neue Engagements initiiert. Die Hintergründe der neuen Engagements reichen von der Initierung einer erstmaligen ESG-Research-Abdeckung bis hin zur Adressierung konkreter Verbesserungspotenziale, etwa in den Bereichen Produktqualität oder Datenschutz.
ESG-Engagements nach Ländern im Jahr 2025
ESG-Engagements nach ESG-Dimension im Jahr 2025 (Mehrfachnennungen möglich)
ESG-Engagements nach Unternehmensgrösse im Jahr 2025
Ausgewählte ESG-Engagement-Fallstudien verdeutlichen, dass unsere Portfoliomanager und Analysten in einem engen und kontinuierlichen Dialog mit den Unternehmen stehen. Ziel dieses konstruktiven Austauschs ist es, eine nachhaltig positive Unternehmensentwicklung zu fördern und dabei auch wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte gezielt zu adressieren. Qualifizierte Einschätzungen Dritter, etwa von unabhängigen Stimmrechtsvertretern, können in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Die finale Beurteilung und Entscheidungsfindung erfolgen jedoch stets im ausschliesslichen Interesse unserer Investorinnen und Investoren.
Engagement Case (Beispiel) – Sun Pharmaceuticals Industries Ltd.
Sun Pharma ist das grösste Pharmaunternehmen Indiens mit Fokus auf Generika, Spezialpharmazeutika und innovative Arzneimittel. Das Unternehmen versorgt weltweit über 100 Länder und ist besonders stark in Bereichen wie Dermatologie, Onkologie, Ophthalmologie sowie zunehmend in innovativen Medikamenten, vor allem für den US-Markt. Die strategische Weiterentwicklung hin zu höherwertigen, margenstärkeren innovativen Medikamenten macht das Unternehmen sowohl wirtschaftlich attraktiv als auch ESG-relevant, da Wachstum, regulatorische Anforderungen und Human Capital zunehmend entscheidend für den langfristigen Erfolg sind.
Hauptthema unserer Engagement-Aktivität ist das Human Capital Management mit Fokus auf Talentgewinnung sowie die Balance zwischen interner und externer Rekrutierung von Spezialisten. Sun Pharma wird im ESG-Rating im Bereich Human Capital vergleichsweise schwach bewertet. Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die starke Fokussierung auf interne Karrierepfade und eine bislang begrenzte Einbindung externer Spezialisten, insbesondere auf Stufe des Senior Managements. Schätzungsweise 70-80% des oberen Managements stammen aus internen Beförderungen. Die Thematik wurde erstmals im Rahmen unserer Indien-Reise adressiert und im Call mit dem Head of Investor Relations am 17. Dezember 2025 weiter vertieft.
Sun Pharma verfolgt traditionell eine langfristige Personalstrategie, bei der Mitarbeitende über viele Jahre im Unternehmen aufgebaut, weitergebildet und schrittweise in Führungspositionen entwickelt werden. Diese Philosophie wird vom Management als zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmenskultur, Loyalität und operative Stabilität gesehen. Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen, dass sich dieser Ansatz zunehmend weiterentwickelt, da das Geschäftsmodell komplexer wird und neue Geschäftsfelder entstehen. Insbesondere mit dem Ausbau des US-Geschäfts und der «Innovative Medicines»-Sparte steigt der Bedarf an hoch spezialisierten externen Fachkräften.
Ein konkretes Beispiel ist der Bereich klinische Forschung und regulatorische Expertise: Während Sun Pharma vor zwei bis drei Jahren nur begrenzte klinische Entwicklungs- und FDA-nahe Kompetenzen hatte, wurden diese Lücken inzwischen gezielt geschlossen – überwiegend durch externe Neueinstellungen (z. B. regulatorische Experten, klinische Entwicklung, FDA-Interaktion).
Aktueller Stand und nächste Schritte:
- Die interne Talententwicklung bleibt ein Kernbestandteil der HR-Strategie, wird jedoch ergänzt durch externe Rekrutierung für Schlüsselpositionen.
- Diese Entwicklung deutet auf eine schrittweise Verbesserung im Bereich Human Capital Management hin, auch wenn die externe ESG-Bewertung diesen Wandel bislang nur teilweise reflektiert.
- Fortsetzung des Dialogs mit dem Management sowie Investor Relations und Beobachtung, inwieweit sich die beschriebenen Fortschritte in einer verbesserten ESG-Bewertung – insbesondere im Bereich Human Capital Development – widerspiegeln.
Proxy Voting
Bellevue vertritt die langfristigen Interessen unserer Anleger auch mittels aktiver Ausübung unserer Stimmrechte anlässlich der General- bzw. Hauptversammlungen unserer Portfoliounternehmen durch Proxy Voting.
Dabei werden wir von International Shareholder Services (ISS) unterstützt. ISS verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich von Proxy Voting und setzt marktführende Praktiken um. Eine Verpflichtung, die von ISS zur Verfügung gestellten Stimmrechtsempfehlungen umzusetzen, besteht nicht. Es kann von den Stimmrechtsempfehlungen Dritter abgewichen werden, wenn aus Sicht von Bellevue diese nicht im Einklang mit den besten Interessen der Investoren stehen. Eine aktive Ausübung der Stimm- und Wahlrechte wird grundsätzlich immer angestrebt.
Eine Ausübung der Stimm- und Wahlrechte kann sowohl direkt durch aktive Teilnahme an der Generalversammlung; via elektronische Abstimmplattformen oder durch einen oder mehrere dazu ernannte Stimmrechtsvertreter/Proxy Voting-Agenturen erfolgen.
Übersicht Voting Aktivitäten 2025
Im Jahr 2025 nahmen unsere Portfoliomanager an 299 (Vorjahr: 409) abstimmungsfähigen Sitzungen teil und haben dabei ihre Stimmen zu insgesamt 554 (Vorjahr: 781) von möglichen 567 (Vorjahr: 804) Beschlüssen abgegeben, was einer Partizipationsrate von 97.7% (Vorjahr: 97.1%) entspricht. Dieser Anteil kann unter 100% liegen, weil gewisse Märkte eine Aktiensperrfrist im Zusammenhang mit Abstimmungen voraussetzen, was wiederum den Handel der betroffenen Titel einschränken würde. Um die Portfolioliquidität jedoch aufrechtzuerhalten, wird in solchen Fällen nicht abgestimmt.
Detailinformationen zum Abstimmungsverhalten können den nachstehenden Auswertungen entnommen werden:
Übersicht Sitzungen
2025 | 2024 | |||||
Kategorie | Anzahl | Prozentsatz | Anzahl | Prozentsatz | ||
Anzahl der abstimmungsfähigen Sitzungen | 308 | 419 | ||||
Anzahl der Sitzungen mit Abstimmung | 299 | 97.1% | 409 | 97.6% | ||
Anzahl der Sitzungen mit mindestens einer Gegenstimme, einer Zurückhaltung oder einer Enthaltung | 167 | 54.2% | 221 | 52.7% | ||
Übersicht Stimmzettel
2025 | 2024 | |||||
Kategorie | Anzahl | Prozentsatz | Anzahl | Prozentsatz | ||
Anzahl der abstimmungsfähigen Stimmzettel | 567 | 804 | ||||
Anzahl der abgegebenen Stimmzettel | 554 | 97.7% | 781 | 97.1% | ||
Übersicht Traktanden
2025 | 2024 | |||||
Kategorie | Anzahl | Prozentsatz | Anzahl | Prozentsatz | ||
Anzahl der abstimmbaren Punkte | 3 995 | 5 361 | ||||
Anzahl der abgestimmten Punkte | 3 828 | 95.8% | 5 221 | 97.4% | ||
Anzahl der Stimmen FÜR | 3 263 | 85.2% | 4 552 | 87.2% | ||
Anzahl der Stimmen GEGEN | 457 | 11.9% | 589 | 11.3% | ||
Anzahl der Stimmen ENTHALTEN | 82 | 2.1% | 33 | 0.6% | ||
Anzahl der Stimmen ZURÜCKGEHALTEN | 24 | 0.6% | 48 | 0.9% | ||
Anzahl der Stimmen zur Vergütung («say on pay») | 252 | 6.6% | 376 | 7.2% | ||
Anzahl der Stimmen für die Policy | 3 827 | 100.0% | 5 207 | 99.7% | ||
Anzahl der Stimmen gegen die Policy | 1 | 0.0% | 25 | 0.5% | ||
Anzahl der Stimmen für das Management | 3 393 | 88.6% | 4 426 | 88.6% | ||
Anzahl der Stimmen gegen das Management | 435 | 11.4% | 606 | 11.6% | ||
Anzahl der Abstimmungen über Anträge von Aktionären | 87 | 2.3% | 135 | 2.6% | ||
Climate-Change-Faktoren – CO2-Emissionen auf Portfolioebene
Mit Stichtag 31. Dezember 2025 wurden zum dritten Mal in Folge Analysen zu umwelt- und klimarelevanten Aspekten auf Portfolioebene durchgeführt. Berücksichtigt wurden dabei ausschliesslich unsere börsennotierten Anlagestrategien, die rund 98% des gesamten verwalteten Vermögens abdecken.
Private-Equity-Investitionen (ca. 1%) sowie Strategien mit einem überwiegenden Einsatz von Derivaten (ebenfalls ca. 1%) konnten bislang nicht systematisch analysiert werden, da entweder keine ausreichenden Daten vorliegen oder die verfügbaren methodischen Ansätze derzeit noch nicht den erforderlichen Reifegrad aufweisen.
Zur besseren Einordnung der finanzierten CO₂-Emissionen wird das investierte Vermögen nachfolgend nach Anlageklassen bzw. Sektoren sowie nach Regionen dargestellt.
AuM nach Sektoren
AuM nach Ländern
Als hoch spezialisierter Anbieter von Gesundheitsanlagen sind rund 90% (Vorjahr: 92%) unserer Anlagen im Healthcare-Sektor vertreten, 6% (Vorjahr: 5%) verteilen sich auf die Sektoren Industrie, Konsum, IT, Kommunikation, Finanzen und lediglich 1% (Vorjahr: 1%) entfallen auf die Bereiche Energie, Rohstoffe und Versorger. Rund 69% der verwalteten Vermögenswerte sind in den USA domiziliert (Vorjahr: 70%), europäische Werte sind mit 25% (Vorjahr: 23%) vertreten und 6% (Vorjahr: 7%) verteilen sich auf Asien und Schwellenländermärkte.
Mittels der PCAF-Methode (Partnership for Carbon Accounting Financials, Methodologie siehe Box unten) wurden zum Stichtag auf Basis von MSCI ESG Daten pro Portfolioposition jeweils die Scope 1, Scope 2 sowie die (mehrheitlich geschätzten) Scope 3 Emissionen erfasst. Nachfolgende Aufstellung zeigt die per 31.12.2025 ermittelten finanzierten Portfolioemissionen auf Basis von Scope 1 und 2 sowie Scope 3 (absolute Werte gemessen in Tonnen CO2) mit der jeweiligen Qualitätsgüte der verwendeten Daten (Data Quality Score nach PCAF):
Finanzierte CO2 Emissionen (t CO2) | Scope 1 & 2 1) | Scope 3 2) | Datenabdeckung in % | PCAF Data Quality Score 3) Scope 1 & 2 | PCAF Data Quality Score 3) Scope 3 | |||||
BB Biotech AG | 5 914.61 | 42 898.05 | 86.08 | 3 | 3 | |||||
Bellevue AI Health | 23.94 | 823.43 | 96.50 | 1 | 3 | |||||
Bellevue Asia Pacific Healthcare | 725.12 | 5 676.21 | 99.80 | 2 | 3 | |||||
Bellevue Biotech (CH) | 51.23 | 856.89 | 91.55 | 2 | 3 | |||||
Bellevue Digital Health | 349.09 | 18 844.60 | 94.80 | 3 | 3 | |||||
Bellevue Diversified Healthcare | 24.54 | 784.05 | 97.90 | 2 | 3 | |||||
Bellevue Emerging Markets Healthcare | 887.44 | 2 248.06 | 97.50 | 2 | 3 | |||||
Bellevue Entrepreneur Europe Small | 17 219.78 | 72 776.10 | 93.90 | 2 | 2 | |||||
Bellevue Entrepreneur Swiss Small & Mid | 861.15 | 27 191.16 | 98.00 | 2 | 3 | |||||
Bellevue Entrepreneur Switzerland (CH) | 916.84 | 28 652.31 | 98.10 | 2 | 2 | |||||
Bellevue Global Income | 9 031.61 | 46 343.15 | 57.40 4) | 1 | 2 | |||||
Bellevue Global Macro | 12 639.36 | 67 192.95 | 45.60 4) | 1 | 2 | |||||
Bellevue Healthcare ETF | 28.11 | 972.03 | 99.40 | 1 | 3 | |||||
Bellevue Healthcare Strategy | 1 400.60 | 30 931.44 | 98.30 | 1 | 3 | |||||
Bellevue Healthcare Strategy (CH) | 262.46 | 5 775.55 | 98.10 | 1 | 3 | |||||
Bellevue Healthcare Trust | 434.77 | 13 121.39 | 96.40 | 2 | 3 | |||||
Bellevue Medtech & Services | 4 972.60 | 210 903.34 | 99.50 | 2 | 3 | |||||
Bellevue Medtech & Services (CH) | 245.17 | 11 224.55 | 100.00 | 2 | 3 | |||||
Bellevue Obesity Solutions | 86.52 | 2 965.09 | 97.20 | 1 | 3 | |||||
Bellevue Sustainable Healthcare | 211.88 | 6 340.83 | 99.00 | 1 | 3 | |||||
Bellevue Institutionelle Mandate | 7 172.12 | 39 043.63 | 96.30 | 1 | 2 | |||||
Regelbasiertes Mandat | n/a | n/a | n/a | n/a | n/a | |||||
Privatmarkanlagen | n/a | n/a | n/a | n/a | n/a | |||||
Total | 63 458.92 | 635 564.80 |
1) Repräsentiert die gesamten GHG-Emissionen finanziert für Scope 1 und 2 (auf Basis des EVIC). Verwendet gemeldete Emissionsdaten, wenn verfügbar. Ansonsten geschätzte. Einheiten: t CO2e. Berechnet auf Datenbasis und der Methodologie von MSCI ESG.
2) Repräsentiert die gesamten GHG-Emissionen finanziert für Scope 3 (auf Basis des EVIC). Verwendet gemeldete Emissionsdaten, wenn verfügbar. Ansonsten geschätzte. Einheiten: t CO2e. Berechnet auf Datenbasis und der Methodologie von MSCI ESG.
3) PCAF Data Quality Score: Standardisierte Masszahl zur Bestimmung der Datenqualität der finanzierten Emissionen; Score 1 = sehr hohe Sicherheit (gemeldete und verifizierte Emissionen des Unternehmens nach GHG-Protokoll), Score 5 = sehr hohe Unsicherheit (Berechnung auf Basis von Emissionen und Umsätzen des Sektors). Berechnet auf Datenbasis und der Methodologie von MSCI ESG.
4) Die Strategie investiert zu grossen Teilen auch in Staatsanleihen und in Derivate, welche nicht durch diese Methodologie abgedeckt werden können. Dies erklärt die vergleichsweise geringeren Datenabdeckungsquoten.
WICHTIGER HINWEIS: Die aufgeführten CO2-Emissionen sind dabei lediglich als abstrakte absolute Grössen zu verstehen, die mit steigendem bzw. sinkendem Portfoliovermögen (AuM) entsprechend zu- bzw. abnehmen. Veränderungen der Portfoliovermögen, etwa durch Zeichnungen und Rücknahmen von Investoren, wirken sich massgeblich auf die ausgewiesenen CO2-Emissionen aus. Somit können diese NICHT in einen vergleichenden Kontext gesetzt werden, d.h. diese Werte können weder historisch noch untereinander in Beziehung gebracht noch als KPI/Zielgrössen verwendet werden.
Demgegenüber ist der sogenannte CO2-Footprint, d.h. die finanzierten Emissionen (GHG Scope 1 und 2 sowie GHG Scope 3) im Verhältnis zu den investierten Vermögen, aussagekräftiger:
Finanzierte Emissionen CO2-Footprint (in t CO2/Mio. CHF investiert)
Zusätzlich zu den finanzierten Emissionen wird je Strategie die vermögensgewichtete Summe der CO2-Intensitäten, d.h. der CO2-Ausstoss des Portfolios pro Mio. USD Unternehmensumsatz (WACI Scope 1, 2, 3), ermittelt:
CO2 Intensitäten | WACI Scope 1, 2 1) | WACI Scope 3 1) | WACI Scope 1, 2 & 3 1) | Datenabdeckung in % | Est. EU Taxonomy Alignment 2) | |||||
BB Biotech AG | 30.86 | 283.34 | 314.20 | 86.10 | 0.0% | |||||
Bellevue AI Health | 11.31 | 364.56 | 375.88 | 96.50 | 1.0% | |||||
Bellevue Asia Pacific Healthcare | 39.37 | 291.07 | 330.44 | 99.80 | 0.0% | |||||
Bellevue Biotech (CH) | 24.34 | 249.13 | 273.47 | 91.60 | 0.0% | |||||
Bellevue Digital Health | 12.02 | 742.34 | 754.36 | 94.80 | 0.1% | |||||
Bellevue Diversified Healthcare | 13.44 | 351.94 | 365.38 | 97.90 | 0.1% | |||||
Bellevue Emerging Markets Healthcare | 89.39 | 246.45 | 335.83 | 97.50 | 0.0% | |||||
Bellevue Entrepreneur Europe Small | 162.33 | 578.43 | 740.76 | 93.90 | 9.4% | |||||
Bellevue Entrepreneur Swiss Small & Mid | 14.44 | 501.04 | 515.48 | 94.00 | 1.7% | |||||
Bellevue Entrepreneur Switzerland (CH) | 14.34 | 496.40 | 510.74 | 98.01 | 1.7% | |||||
Bellevue Global Income | 177.67 | 756.39 | 934.06 | 57.40 | 5.4% | |||||
Bellevue Global Macro | 99.58 | 469.50 | 569.08 | 45.60 | 3.9% | |||||
Bellevue Healthcare ETF | 11.62 | 359.94 | 371.57 | 99.40 | 0.1% | |||||
Bellevue Healthcare Strategy | 19.82 | 402.26 | 422.09 | 98.30 | 0.0% | |||||
Bellevue Healthcare Strategy (CH) | 19.17 | 402.23 | 421.40 | 98.10 | 0.0% | |||||
Bellevue Healthcare Trust | 13.01 | 304.57 | 317.58 | 96.40 | 0.1% | |||||
Bellevue Medtech & Services | 17.17 | 813.97 | 831.14 | 99.50 | 0.1% | |||||
Bellevue Medtech & Services (CH) | 14.14 | 659.40 | 673.54 | 100.00 | 0.1% | |||||
Bellevue Obesity Solutions | 13.81 | 378.99 | 392.79 | 97.20 | 0.1% | |||||
Bellevue Sustainable Healthcare | 14.43 | 337.59 | 352.03 | 99.00 | 0.1% | |||||
Bellevue Institutionelle Mandate | 65.10 | 430.22 | 495.31 | 96.30 | 2.7% | |||||
Regelbasiertes Mandat | n/a | n/a | n/a | n/a | n/a | |||||
Privatmarkanlagen | n/a | n/a | n/a | n/a | n/a | |||||
Vermögensgewichteter Durchschnitt | 33.80 | 458.70 | 492.40 |
1) Stellt die GHG-Emissionen pro Million generierter Einnahmen für die Scope 1, 2 und 3 Emissionen dar. Verwendet gemeldete Emissionsdaten, wenn verfügbar, ansonsten geschätzt; Berechnet auf Datenbasis und der Methodologie von MSCI ESG.
2) Estimated EU Taxonomy Alignment: Maximaler Prozentsatz der vermögensgewichteten Unternehmensumsätze, die einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem der Klima- und Umweltziele der EU Taxonomy leisten können und gleichzeitig die übrigen Ziele nicht wesentlich beeinträchtigen und die Mindeststandards für Menschenrechte und Arbeitsnormen einhalten. Berechnet auf Datenbasis und der Methodologie von MSCI ESG.
Der Bellevue Global Income zählt weiterhin zu den Karbon-intensivsten Anlagestrategien innerhalb der Bellevue-Anlagefonds, zumal er in die Energie- und Bergbausektoren investiert, die zu den Industrien mit den höchsten CO2-Emissionen zählen. Demgegenüber weisen die Gesundheitsfonds die niedrigsten CO2-Intensitäten aus. Dazu zählen unverändert die BB Biotech AG, der Bellevue Biotech (CH) Fonds, die auf neue Wachstumsmärkte ausgerichteten Bellevue Emerging Markets Healthcare und Asia Pacific Healthcare Fonds, sowie die breit diversifizierten Bellevue Sustainable Healthcare und Bellevue Healthcare Strategy Fonds. Damit liegen die diversifizierten Gesundheitsstrategien allesamt im Bereich des MSCI World Healthcare Index, dessen CO2-Intensität per 31.12.2025 auf 371.6 t CO2/Mio. Umsatz errechnet wurde.
Im Vergleich hierzu investieren die Entrepreneur Fonds sowie der Bellevue Global Macro Fonds naturgemäss in breitere Anlagesektoren inklusive Energie und Industrie und weisen dementsprechend höhere Durchschnittswerte aus als die Gesundheitsstrategien.
Mit 492.4 t CO2/Mio. USD Umsatz aller messbaren Bellevue-Anlagestrategien (ca. 95% der gesamten Bellevue AUM) liegt die CO2-Intensität bzw. WACI Scope 1, 2, 3 rund 40% unter derjenigen der indexgewichteten Positionen des MSCI AC World Index (829.3 t CO2/Mio. Umsatz) und deutlich unter dem Vorjahresniveau (524.6 t CO2/Mio. USD Umsatz).
Hinsichtlich des Alignments der Bellevue-Anlagestrategien mit den Klima- und Umweltzielen der EU Taxonomy weisen der Bellevue Entrepreneur Europe Small mit 9.3% und der Bellevue Global Income mit 5.4% moderate Beiträge zu den Umweltzielen der EU-Kommission aus. Über das gesamte verwaltete Anlagevermögen von Bellevue beträgt der Anteil der vermögensgewichteten Umsatzbeiträge zu mindestens einem der EU-Taxonomy Umwelt- bzw. Klimaziele stabil rund 0.6%. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass 90% unserer Anlagen im Gesundheitssektor angesiedelt sind, die naturgemäss keine signifikanten Beiträge zu den 6 Umweltzielen der EU Taxonomy leisten können (die vermögensgewichteten Umsätze innerhalb unserer Healthcare-Anlagen mit EU Taxonomy-Bezug betragen 0.08%, von den rund 260 investierten Gesundheitsunternehmen weisen lediglich 3 Unternehmen Umsätze mit einem sehr geringen Bezug zu den Umweltzielen der EU-Taxonomy aus).
Dementsprechend besteht derzeit für unsere Anlagestrategien keine Verpflichtung, einen Mindestanteil des Vermögens in ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten gemäss Artikel 3 der EU-Taxonomieverordnung (EU) 2020/852 zu investieren. Die dargestellten EU-Taxonomie-konformen Umsätze werden ausschliesslich zu Informationszwecken offengelegt.
PCAF-Methodologie (Partnership for Carbon Accounting Financials):
Die finanzierten Emissionen eines Kredits oder einer Investition in ein Unternehmen werden durch Multiplikation des Zurechnungsfaktors mit den Emissionen des jeweiligen Darlehensnehmers oder Beteiligungsunternehmens berechnet. Die gesamten finanzierten Emissionen eines Portfolios börsennotierter Aktien und Unternehmensanleihen werden wie folgt berechnet:
Der Zurechnungsfaktor stellt den proportionalen Anteil eines bestimmten Unternehmens dar, d.h., das Verhältnis des ausstehenden Betrags zum EVIC bei börsennotierten Unternehmen und des gesamten Eigen- und Fremdkapitals bei Anleihen an privaten Unternehmen:
Die finanzierten Emissionen aus börsennotierten Aktien und Unternehmensanleihen können auf unterschiedliche Weise berechnet werden, je nach Verfügbarkeit von Finanz- und Emissionsdaten des Investitionsempfängers. Insgesamt unterscheidet die PCAF drei verschiedene Optionen zur Berechnung der finanzierten Emissionen von börsennotierten Aktien und Unternehmensanleihen, je nach den verwendeten Emissionsdaten: Option 1: gemeldete Emissionen (verifiziert / nicht verifiziert); Option 2: auf betrieblichen Aktivitäten basierte Emissionsschätzungen; Option 3: auf Sektorumsätzen basierte Emissionsschätzungen.
Die Definitionen der PCAF-Datenqualitäts-Scores für gelistete Aktien und Unternehmensanleihen sind folgendermassen:
Quelle: Financed Emissions, The Global GHG Accounting & Reporting Standard, PCAF Partnership for Carbon Accounting Financials, Dezember 2022
Klimabezogene Ziele und Massnahmen auf Ebene der Anlageportfolios
1) Bellevue Asset Management investiert zu 90% vorwiegend in Unternehmen des Gesundheitssektors und trägt damit massgeblich zur Erreichung von sozialen Zielen bei. Dieser Sektor weist denn auch insgesamt deutlich geringere CO2-Emissionen aus als anderweitige Anlagesektoren. Nichtsdestotrotz sind wir uns unserer Verantwortung als Anlageberater bewusst und leisten mit nachfolgenden Massnahmen einen punktuellen Beitrag zur Erreichung der globalen Klimaziele: Begrenzung der absoluten Anlagenquote von Emittenten, deren CO2-Intensität einen überkritischen PAI-Wert ausweist (CO2-Intensität von mehr als 70 T CO2 / Million USD Umsatz UND CO2-Intensität höher als 50% des relevanten Industriedurchschnitts) auf max. 50% der Vermögenswerte der jeweiligen Anlagestrategie (bei Emerging Markets sowie small Cap Strategien auf 75% limitiert.
2) Messung des Anteils der Emittenten, die bereits über validierte Science-Based Targets Initiative (SBTi)-Ziele (oder unterzeichnete Absicht hierzu) verfügen. Die Messung wurde per Ende 2024 erstmals durchgeführt, um danach nach Möglichkeit einen Zielkorridor für die künftige Entwicklung festlegen zu können. Per 31.12.2025 haben 5.5% der verwalteten Vermögenswerte sich zu einem SBTi-Ziel verpflichtet und 24.1% der Portfoliounternehmen SBTi-Ziele bereits validiert.
3) Durchführen von klimabezogenen Unternehmens-Engagements
Wie oben unter dem Kapital ESG-Integration/PAI-Betrachtung erwähnt, fliessen die CO2-Emissionen in die Bewertung der Nachhaltigkeit mit ein. Zum einen implizit über das MSCI ESG-Rating, das für die Bestimmung der Quoten der Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen relevant ist. Andererseits wird die CO2-Intensität eines jeden Emittenten explizit berücksichtigt und darauf geprüft, ob eine CO2-Intensität grösser als 70 t CO2/Mio. USD Umsatz vorliegt (d.h. höher als der «low»-Wert nach der MSCI ESG-Methodologie), wenn ja ob dieser Wert des Emittenten 50% des relevanten Industriedurchschnitts übersteigt. Ist Letzteres der Fall, kann der Emittent nicht als «nachhaltige Anlage» eingestuft werden, unabhängig davon, ob diese einen positiven Beitrag zu einem der 17 UN SDGs erbringt oder nicht.
Nach dieser Methodik wurden auf dem verwalteten Portfoliobestand per Ende 2025 insgesamt 25 (Vorjahr: 22) Emittenten ermittelt (bzw. 1.4% der verwalteten Vermögen), deren CO2-Intensitäten als nicht nachhaltig eingestuft wurden.
Zudem wiesen, gemäss MSCI ESG Research, 6 Emittenten bzw. 0.1% der verwalteten Vermögen keine Initiativen zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen nach.
Treibhausgasemissionen sowie CO2-Fussabdruck sind zudem elementare Bestandteile des MSCI ESG-Ratings eines Unternehmens und fliessen somit auch implizit in die Beurteilung und Gewichtung der nachhaltigen Anlagen mit ein.
Mit Bezug auf Anlagen in Unternehmen im Kohlenstoffsektor (Öl, Gas, Kohle) betrug der Anlagebestand gemessen an den verwalteten Vermögen per Jahresende 0.24% (Vorjahr: 0.31%).
KPIs verantwortungsvolle Investitionen
Zielgrösse | 2025 | 2024 | ||||
ESG-Abdeckung in % der AuM per Jahresende | >90% | 95.4% | 96.8% | |||
Anlagen mit nachhaltigen Merkmalen in % der AuM per Jahresende | >75% | 86.2% | 92.5% | |||
Nachhaltige Anlagen in % der AuM per Jahresende | >25% | 64.3% | 74.4% | |||
Verringerung der Nachhaltigkeitsquote infolge überkritischer PAI-Werte | – | 3.5% | 2.8% | |||
ESG-Stewardship - Anzahl bearbeiteter Engagements im Kalenderjahr | – | 13 | 22 | |||
ESG-Stewardship - Ausübung der Stimmrechte in % der abstimmungsfähigen Vorlagen | >90% | 97.7% | 97.1% | |||
Vermögensgewichtete CO2-Intensität (WACI Scope 1, 2, 3) der Gesamtvermögen per Jahresende | – | 492.4 t CO2 | 524.6 t CO2 | |||
Anlagen im Kohlenstoffsektor in % der AuM per Jahresende | – | 0.2% | 0.2% | |||
Anteil der Unternehmen mit genehmigten oder zugesagten SBTi-Zielen in % der AuM | – | 29.5% | 32.0% |